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Projekte...

 

Mitwirkung an mehreren Projekten in Halle und in Sachsen-Anhalt:

 

„Schritte zur Freiheit – Herbst 89 in Halle“

In Halle gibt es viele Orte und Daten, die im Herbst 89 wichtige Teile der friedlichen Revolution waren. Mit ihnen verbunden sind die Namen von Personen und Gruppen, welche den Prozess aus unterschiedlichen Positionen heraus und auf verschiedene Weise vorangebracht haben. Nach zwanzig Jahren daran zu erinnern, ist eine unerlässliche Aufgabe. Dies wird in einigen Fällen und in spezieller Weise an den jeweiligen Orten geschehen. Es bedarf aber zugleich einer Konzentration, um den gesamten Vorgang möglichst geschlossen dazustellen, auch im Hinblick auf jene, die nicht dabei gewesen sind. Dazu eignet sich der 26. Oktober 1989 im „Volkspark“ besonders gut, weil es sich hierbei um ein spezielles Hallesches Datum handelt. Denn an diesem Tage trat erstmals das Volk in einer größeren Versammlung den Machthabern gegenüber und meldete seine Ansprüche an. Dies war offenbar auch DDR-weit ein sehr früher Termin für dergleichen. Deshalb soll am 26.10.2009 im Volkspark eine Jubiläumsveranstaltung größeren Umfangs als Auftakt zu zwei Erinnerungswochen stattfinden und mehrere weitere Projekte daran angeschlossen werden.

Hinweis: Näheres über die Mitwirkenden und Einzelprojekte sowie deren Fortgang sind im Internet ersichtlich unter:

 

Volkspark Halle

Arbeit im Vorstand des Vereins Volkspark Halle e.V., der es sich zum Ziel gesetzt hat, den halleschen Volkspark zu erhalten und als Bürgerhaus für alle Hallenserinnen und Hallenser mehr und mehr mit Leben zu füllen. Anlässlich seines 100-jährigen Bestehens im Jahre 2007 wurde dazu eine Festwoche mit zahlreichen Veranstaltungen und Ausstellungen organisiert. Es erschienen ein Katalog und eine Veranstaltungsschrift. Mein Text darin versucht, die Bedeutung und Einzigartigkeit des Volksparks zu kennzeichnen:

 

„Im Halleschen Volkspark spiegeln sich weite Teile der deutschen Geschichte vom Kaiserreich bis in die Gegenwart. Bedeutende Vorgänge ließen ihn zu einem Ereignisdenkmal mit ganz eigenem Charakter werden. Wohl auch deswegen haben in ihm Geschichte und Kunst so leicht zueinander gefunden, wie die Ausstellungen und Darbietungen zu seinem 100-jährigen Jubiläum 2007 zeigen.

Gebaut wurde er im modernen Jugendstil von den nach politischer Teilhabe und Bildung strebenden Sozialdemokraten und Gewerkschaftern für die hallesche Arbeiterschaft, der damaligen Bevölkerungsmehrheit. Zwar sind die sozialen Schichten und Bevölkerungsanteile heute gänzlich anders, doch das Bedürfnis nach vielfältigen Betätigungsmöglichkeiten ist geblieben. So wird in diesen Tagen und Wochen des Jubiläums fast jeder Besucher etwas ihm Gemäßes nutzen oder bewundern können, und das alles vor dem Hintergrund einer Geschichte mit Höhen und Tiefen.

Aus dem Volkshaus der Kaiserzeit wurde im Ersten Weltkrieg ein Lazarett.

Während der Weimarer Republik erlebte der Volkspark schwerste, sogar tödliche politische Auseinandersetzungen. Das war wohl seine über die Grenzen Halles hinausreichende bedeutsamste Zeit.

Dann wurde er von den Nazis enteignet und kurzerhand „Reichshof“ genannt.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges beherrschten ihn die SED-Kommunisten mit der ihnen eigenen Kombination aus Geschichtsverklärung und –verfälschung sowie gleichzeitigen kulturellen Angeboten für einen breiten Teil der halleschen Bevölkerung. Viele Hallenserinnen und Hallenser erinnern sich gern an diese Zeit und ihre dortigen Erlebnisse.

Auch während der Umbruchszeit war es erneut der Volkspark, in dem die erste große Bürgerversammlung stattfand, von der das Signal ausging, das die Mehrheit das bisherige System überwinden wollte.

Bis dahin war Wirtschaftlichkeit weniger gefragt und dem Zerfall ist nur unzureichend entgegengewirkt worden. Vor und nach der Rückübertragung an die ursprünglichen Eigentümer stellte sich diese Frage mit heutiger Klarheit und wieder begannen schwierige Zeiten, in denen der Volkspark seiner Überlebensfähigkeit beweist. Seit dem Jahr 2000 ist die Kunsthochschule Burg Giebichenstein eine verlässliche Mieterin und nutzt seine vielfältigen Möglichkeiten nicht nur für sich, sondern macht ihn auf unterschiedliche Weise der Öffentlichkeit zugänglich. Bürgerschaftliches Engagement unterstützt diese Bestrebungen und viele weitere Ideen sind auf die zukünftige Nutzung gerichtet.

 

Kulturforum der Sozialdemokratie Sachsen-Anhalt e.V.

Seit 1997 existiert das landesweit organisierte Kulturforum der Sozialdemokratie Sachsen-Anhalt e.V. als eingetragener Verein. Im Jahr 2002 übernahm ich den Vorsitz.

Das Kulturforum führte in jedem Jahr vier Veranstaltungen durch. Sie sollen sowohl thematisch als auch regional im Land einigermaßen ausgewogen sein. Im Jahr waren das:

 

26.02.2008 in Halle                                         Kulturstammtisch: „Kultur in Deutschland“

23.05.2008 in Salzwedel                                 „Kultur und Hanse“

31.05.2008 in Halle                                         „Begräbniskulturen in Europa“

02.06.2008 in Lutherstadt Wittenberg  „Sachsen-Anhalt - wer sind wir?“

 

Buchveröffentlichungen:

„Islam und Coca Cola“, 2003, Mitteldeutscher Verlag,

„Kultur in Europa“, 2005, Mitteldeutscher Verlag,

„Europäische Gruppenkulturen“, 2006, Mitteldeutscher Verlag,

„Fest- und Feiertagskulturen in Europa“, Juli 2007, Mitteldeutscher Verlag,

„Trinkkulturen in Europa“, September 2008, Mitteldeutscher Verlag.

 

Historische Kommission

Der SPD-Landesverband hat eine Historische Kommission eingesetzt, die sich mit der Geschichte der Sozialdemokratie in Sachsen-Anhalt von den Anfängen in der Mitte des 19. Jahrhunderts bis heute beschäftigt. Dies ist zugleich ein bedeutender Teil der Geschichte unseres Landes. Dabei handelt es sich nicht nur um politische, sondern auch gesellschaftliche Vorgänge und Verhältnisse. Als sichtbarer Ausdruck dieser Arbeit wird im Abstand von zwei Jahren ein Heft herausgegeben. Bisherige Veröffentlichungen:

 

Heft 1: 1863 – 2003: 140 Jahre SPD, 2003,

Heft 2: SPD-Geschichte in Sachsen-Anhalt: vielfältig und einzigartig, 2004,

Heft 3: SPD-Geschichte in Sachsen-Anhalt: Altes und Neues, 2006,

Heft 4: SPD-Geschichte in Sachsen-Anhalt: Anfänge, Widerstand, Neuaufbau, 2008.

 

Interparlamentarische Arbeitsgruppe „ Eike von Repgow und das Magdeburger Stadtrecht“

Der Ältestenrat des Landtages von Sachsen-Anhalt hat mit Beschluss vom 17.01.2008 eine interfraktionelle Arbeitsgruppe „Eike von Repgow und das Magdeburger Stadtrecht“ eingesetzt, um den auf Antrag aller Fraktionen am 14.06.2007 gefassten Landtagsbeschluss inhaltlich zu begleiten und ggf. auszugestalten. Mir wurde der Vorsitz übertragen.

 

Im Jahr 2009 feiern wir die 800-jährige Ersterwähnung Eike von Repgows. Sein großes Werk der Sachsenspiegel ist zusammen mit dem Magdeburger Stadtrecht für die Entwicklung Ost-Mitteleuropas seit 800 Jahren von großem Belang gewesen. Viele bedeutende Städte, so auch Krakau, feiern ihr Stadtjubiläum an jenem Tag, an dem sie das Magdeburger Stadtrecht verliehen bekamen. Die Erinnerung daran ist in den neuen Beitrittsländern viel stärker als hierzulande. Dort ist man der Ansicht, durch dieses Recht schon immer in Europa eingebunden zu sein.

Diesen Brückenschlag innerhalb Europas wollen wir in Sachsen-Anhalt durch einige Veranstaltungen im kommenden Jahr in besonderer Weise würdigen und verstärken.

 

„Gedenkstätte Kriegsgefangenenlager Altengrabow“

In Altengrabow/Kreis Jerichower Land in Sachsen-Anhalt gibt es seit Ende des 19. Jahrhunderts einen Truppenübungsplatz, der von allen Armeen seither genutzt wurde, bis 1994 auch von der Sowjetarmee. Dort befand sich während des Zweiten Weltkrieges ein sehr großes Kriegsgefangenenstammlager, in dem nach vorliegenden Schätzungen 50.000 bis 60.000 Menschen umgekommen sind. Ihrer wurde bisher nur sehr unzulänglich gedacht, insbesondere auch deswegen, weil wegen der Unzugänglichkeit bis 1994 kaum Forschungen möglich waren und bekanntermaßen auch kein öffentliches Interesse geweckt worden ist.

 

Projektziel: Errichtung einer Gedenkstätte für tausende/zehntausende ums Leben gekommene Kriegsgefangene aus 12 Ländern im Kriegsgefangenenlager Stalag XI Altengrabow während der Jahre 1939 bis 1945. Es soll damit ein Erinnerungsort geschaffen werden, der über die Region und Sachsen-Anhalt hinaus zeigt, dass die Toten nicht vergessen sind und sich Deutschland auch an diesem Ort seiner Verantwortung bewusst ist.

 

Zur Schaffung des Gedenkortes wurde dazu ein künstlerischer Wettbewerb ausgelobt, bei dem Studierende der Burg Giebichenstein Hochschule für Kunst und Design Halle/ Saale unter Leitung von Prof. Andrea Zaumseil Entwürfe ausarbeiten:

Auslober:  Verein „Gedenkstätte Kriegsgefangenenlager und Sammlung Truppenübungsplatz Altengrabow“

Wettbewerbsart: beschränkter Realisierungswettbewerb innerhalb der Burg Giebichenstein Hochschule für Kunst und Design.

Zum Wettbewerb wurden eingeladen: Michael Krenz, Ilka Raupach, Elisabeth Howey, Robert Kunec, Dana Meyer, Marc Fromm, Michael Hahn, Andreas Kiessling, Daniela Schönemann.

Wettbewerbsaufgabe: Ziel des Wettbewerbes ist es, künstlerische Entwürfe für die Gestaltung des Platzes an der Kreuzung vor dem Kasernengelände zu erhalten, die an das Kriegsgefangenenlager zu Zeiten des Zweiten Weltkrieges erinnern. Die Entscheidung, ob es sich hierbei um ein Einzelobjekt, eine Installation oder Geländegestaltung handelt, bleibt den teilnehmenden Studierenden überlassen.

Preisgericht: Das Preisgericht setzt sich aus Fach- und Sachpreisrichtern zusammen.

Sitzung des Preisgerichts: Das Preisgericht tagte am 27. Oktober 2008 und vergab zwei Preise. Erster Preis: Michael Krenz. Zweiter Preis: Michael Hahn. Der Entwurf des ersten Preisträgers soll nun im kommenden Jahr mit finanzieller Unterstützung der Ostdeutschen Sparkassenstiftung umgesetzt werden.

Die nächste Aufgabe bei diesem Projekt besteht darin, durch historische Forschungen Näheres über die Leiden und das Sterben von Gefangenen herauszufinden und in einer Ausstellung darzustellen.